6. BMG-Tag am 12. November 2020

Mit einem Vortrag von Dr. Tim Otto Roth
 
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Z e l l u l ä r e   M a t h e m a t i k !?
Die Berliner Mathematische Gesellschaft lädt zum 6. BMG-Tag ein. In diesem Jahr geht es um kreative Wechselwirkungen von mathematischen Regelsystemen und zufälligen Störungen. Eingeladen sind alle, die sich für Regeln, Teppiche und Mathematik interessieren und künstlerische Freude an Fehlern im System haben.
 
6. BMG-Tag
Donnerstag, 12. November 2020, Freie Universität Berlin,
Webex-Zugangsdaten werden am Vortragstag zwei Stunden vor Beginn an registrierte Teilnehmer verschickt.
Registrierung durch E-Mail an: anmeldung@math.berlin
Digitales Programm
16:00 – 16:10   Begrüßung durch Prof. Dr. Konrad Polthier
16:10 – 17:00   Vortrag von Dr. Tim Otto Roth
17:00 – 17:45   Verleihung der BMG-Bachelorpreise 2020
 
 
Tim Otto Roth
16:10 Uhr Vortrag
Der Charme des diskreten Fehlers – wenn der mathematische Sozialismus zur Kunst wird
Dr. Tim Otto Roth
www.imachination.net
Zelluläre Automaten wurden Ende der 1940er Jahre von John von Neumann und Stanislav Ulam erstmals in ihren Grundzügen beschrieben. Tim Otto Roth formuliert die kulturhistorische Frage, warum das an und für sich simple Konzept, das er augenzwinkernd als mathematischen Sozialismus bezeichnet, nicht für die Erzeugung von Mustern genutzt wurde und bis heute kaum Eingang in künstlerische Verfahren gefunden hat. Die Suche nach einer Antwort führt ihn unter anderem bis in die indische Region Badohi. Dort lässt er eines der ältesten diskreten Medien für Muster – Teppiche – nach einfachen Nachbarschaftsregeln fertigen, in dem Knüpfer die Farbe der Knoten aus den Farbkonstellationen der vorigen Zeile ableiten. Teil des Konzepts ist hierbei, dass den menschlichen Akteuren bei der Übersetzung der diskreten Regeln zwangsläufig Fehler unterlaufen. Es sind gerade diese Brechungen des diskreten Modells an realen Gegebenheiten, die Tim Otto Roth interessieren.

Der Konzeptkünstler und Komponist Tim Otto Roth wurde mehrfach international für seine großen Projekte im Grenzgebiet von Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet. In Berlin realisierte er unter anderem 2010 „Facing Science“ zur Ausstellung „WeltWissen“ im Martin-Gropius-Bau und 2018 in Kooperation mit dem DESY Zeuthen „aiskju:b“ in der Kulturkirche St. Elisabeth. Als promovierter Kunst- und Wissenschaftshistoriker setzte er sich unter anderem mit der Kulturgeschichte von Schattenbildern und Farbkonzepten in der Astronomie auseinander.
 
Ankündigung zum 6. BMG-Tag: Plakat und Flyer
Hier können Sie das Plakat (als pdf-Datei mit ca. 1,8 MB) und hier den Flyer (als pdf-Datei mit ca. 0,8 MB) zum 6. BMG-Tag herunterladen.