Mathematischer Ort des Monats April 2026
Der Einsteinpark in Berlin-Prenzlauer Berg
von
Wolfgang Volk
Was, wie ein offizielles Straßenschild daherkommt, ist lediglich ein Hinweis darauf,
dass es sich hier um die öffentliche Grünanlage, den Einsteinpark, handelt.
Diesen gibt es erst seit etwa der zweiten Hälfte der 90er Jahre
(des letzten Jahrhunderts, siehe [1] und [5]); er ist also erst nach dem Mauerfall angelegt worden,
während die Einsteinstraße, die am südlichen Ende des Parks einmündet,
bereits im Jahr 1964 diesen Namen trägt (vergleiche [4] und [5]).
(Eine offizielle Wegebezeichnung „Einsteinpark“ müsste auch zusammen,
das heißt ohne Bindestrich, geschrieben werden (analog zu
„Bismarckstraße“.)
Etwa zeitgleich zu den Arbeiten bezüglich der Gestaltung der Grünanlage arbeitete
die Bildhauerin
Anna Franziska Schwarzbach am Doppelstandbild
„Albert und Einstein“, das sowohl den jungen wie auch den betagteren
Albert Einstein (1879-1955) darstellt.
Die beiden Figuren sind auf groben Granitblock positioniert, wobei die Figur des jungen Albert
schräg hinter der des alten steht und die Bliclrichtungen der beiden etwa einen rechten Winkel
bilden. Die Figuren selbst sind gemäß dem Stil der Künstlerin eher mit grober
Oberflächenstruktur gearbeitet. Am Rücken trägt der junge Albert einen Gegenstand,
der vage als Streichinstrument identifiziert werden kann. Es ist bekannt, dass Albert Einstein
ein solider Violinist war und auch öffentliche Auftritte nicht scheute [2].
Am Fuß des Sockels, auf dem die Figur des älteren Einsteins positioniert ist,
findet man eine Art Siegel mit zwei männlichen Figuren, die naheliegenderweise den jungen
und den älteren Albert Einstein wiedergeben sollen, sowie umlaufenden Text(fragment)en,
die nachstehend so zusammengestellt sind, dass sie jeweils für sich einen Sinn ergeben
(die Satzzeichen sind überwiegend ergänzt):
Von der Figurengruppe aus in Richtung der Storkower Straße stößt man an einer
Weggabelung auf eine Säulenkonstruktion, die als „Einsteinpavillon“
bezeichnet wird.
Während der Fußboden des Pavillons (siehe die nachstehende Bildsequenz) als
Schwarz-Weiß-Mosaik ausgestaltet ist und in der Mitte die wohl bekannteste mit
Albert Einstein assoziierte Formel
E = M·c2
zeigt – die Proportionalität von Masse m und Energie E
ausdrückend –
sind die Säulen und angeschrägten Stelen (jenseits der hässlichen
Schmierereien) mit weiteren Formeln versehen.
Diese sind wiederholt zu erkennen und lassen sich auf drei Formeln reduzieren, wobei zwei von
ihnen (teilweise regelmäßig) falsch wiedergegeben werden.
(Es sei noch darauf hingewiesen, dass in den Quellangaben abweichende Symbole/Buchstaben für
die verschiedenen vorkommenden Größen verwendet werden. Außerdem sei angemerkt,
dass an den Säulen und Stelen gelegentlich das liegenden Kreuz als Symbol für die
Multiplikation verwendet wird, nachstehend jedoch ausschließlich der mittige Punkt.)
Dies ist zum einen die Formel für die Energie eines Photons [7] mithilfe des
Planck'schen Wirkungsquantums h
E = h·ν .
Dann taucht noch die Formel für die Einstein'sche Gravitationskonstante auf [6],
die mit dem griechischen Buchstaben χ bezeichnet wird:
χ = 8π·G/c4
In all diesen Gleichungen bezeichnet c die Lichtgeschwindigkeit – im letzten
Fall steht G für die klassische Newton'sche Gravitationskonstante.
Letztlicht ist auch die kompliziert anmutende Einstein'sche Feldgleichung zu erkennen,
in der genau die Gravitationskonstante χ wieder eine Rolle spielt [6]:
Ri j - 1/2 R·gi j =
χ·Ti j .
Es ist allerdings hier nicht der Ort, die Grundlagen dieser Formeln ausführlich
darzustellen.
Referenzen
| [1] | Berlin.de: Der Einsteinpark | |
| [2] | Xaver Frühbein: Albert Einstein tritt als Geiger auf und rettet damit Menschen, Beitrag von BR Klassik vom 17.1.2025 | |
| [3] | Susanne Kähler und Jörg Kuhn: Albert und Einstein, Bildhauerei in Berlin (BiB), Informationsplattform zu plastischen und skulpturalen Werken der bildenden Kunst auf dem Gebiet des Landes Berlin | |
| [4] | Kauperts Straßenführer durch Berlin: Einsteinstraße | |
| [5] | Wikipedia: Einsteinpark | |
| [6] | Wikipedia: Einsteinsche Feldgleichungen | |
| [7] | Wikipedia: Planck-Konstante |
Bildnachweis
| Alle Fotos | Wolfgang Volk, Berlin, Juni 2020 |
1) Die Schreibrichtung des Worts
„Einsteinpark“ ist entgegen jener der anderen Worte.
2) Diese Aussage ist im Gegensatz zu den anderen
in Schreibschrift wiedergegeben. „//“ markiert hier einen Zeilenumbruch.




